Claudia Nielsen in Turbulenzen

Claudia Nielsen in Turbulenzen

Aus dem Tages-Anzeiger vom 27.11.17

Drei Monate vor den Stadtratswahlen gerät Gesundheitsvorsteherin Claudia Nielsen (SP) immer mehr in den Fokus. Zuerst publizierte der «Tages-Anzeiger» eine Recherche über Nielsens Personalverschleiss und ihren rüden Umgangston. Dann erlitt Nielsen eine empfindliche Niederlage im Parlament: Ihre Spitälerstrategie steht vor dem Scheitern, weil sie der Gemeinderat als ungenügend erachtet. Und nun wirft die «NZZ am Sonntag» der Stadträtin vor, sie habe einen wichtigen Bericht im Zusammenhang mit der Besetzung einer Kaderstelle zurückgehalten.

Grund für die neusten Schlagzeilen ist die Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich, der Nielsen als Stiftungsratspräsidentin vorsteht. Auch in der Direktion der Stiftung herrscht seit Jahren ein Kommen und Gehen. Bei der dritten Besetzung des Direktorenpostens innert vier Jahren kams nun zum Eklat. Die Geschäftsleitung hatte einen Mann vorgeschlagen, der Stiftungsrat aber wählte eine Frau. Nielsen soll den Bericht der Geschäftsleitung nicht dem ganzen Stiftungsrat zugänglich gemacht haben. Wegen fehlenden Vertrauens ist nun Stiftungsrat Peter Stähli-Barth zurückgetreten. Er war 20 Jahre lang SP-Gemeinderat. Die SP warf der NZZ und den rechten Parteien gestern vor, sie würden Nielsen bloss ins Visier nehmen, weil sie «am liebsten die Gesundheitsversorgung privatisieren möchten». Die FDP ihrerseits stellt heute Morgen an einer Medienkonferenz eine Spitalstrategie aus freisinniger Sicht vor.